Warum ich weiß, wovon ich rede:
Viele fragen mich, woher ich mit 75 Jahren die Kraft nehme, nächtelang Trauerreden zu schreiben, komplizierte Familiengeschichten zu entwirren und gleichzeitig ein digitales Widerstandsnest wie Finkenwalde aufzubauen.
Die Antwort ist einfach, aber radikal: Ich bin eine Überlebende. Ich bin im Pfarrhaus aufgewachsen. Ich kenne den Glanz der liturgischen Gewänder, aber ich kenne auch die tiefste Dunkelheit hinter den Kulissen. Jahrelange Missbrauchserfahrungen in meiner Jugend haben mich gelehrt, was es bedeutet, wenn die Welt zerbricht und man absolut verlassen ist.
Das „Recycling“ des Schmerzes:
Manche nennen es Trauma oder PTBS. Ich nenne es mein Fundament. Ich habe gelernt, meine Fähigkeit zur Dissoziation – das „Anders-Ticken“ – als Werkzeug zu nutzen. Es erlaubt mir, in den Abgrund zu schauen, ohne darin zu versinken. Es ermöglicht mir diese „hellmüde“ Wachheit, in der ich die Wahrheit klarer sehe als im hellen Tageslicht.
Warum ich Ihnen das erzähle? Nicht, damit Sie Mitleid haben. Davon hatte ich genug. Ich erzähle es Ihnen, weil ich Ihnen nichts vormachen will:
- Wenn ich über Gethsemane schreibe, dann weil ich dort war.
- Wenn ich sage, dass die Liebe die Wirklichkeit aushält, dann weil ich es getan habe.
- Wenn ich das Hippokrates-Prinzip „Niemals schaden“ verteidige, dann weil ich weiß, wie zerstörerisch das Schweigen und Wegsehen in Systemen ist.
Ich verkaufe keine Heilung von der Stange. Ich biete Ihnen an, Ihren eigenen „Seelenmüll“ nicht wegzukehren, sondern ihn kreativ und kraftvoll zu recyceln. Wer durch das Feuer gegangen ist, braucht keine Illusionen mehr. Er braucht nur noch die Wahrheit und ein Gegenüber, das nicht erschrickt.
Ich bin Susanne. Ich bin renitent, ich bin gezeichnet, und ich bin genau deshalb hier für Euch!