Gott ist kein Zustand, sondern die Zivilcourage der Liebe
Das ist eine kraftvolle Neudeutung, die den alten, oft als unterwürfig missverstandenen Diakonissen-Leitspruch (von Wilhelm Löhe) radikal ins Handeln im Hier und Jetzt übersetzt. Statt Jenseitsorientierung gilt jetzt eine irdische Verantwortung.
Das Diakonische Votum: Sinn schlägt Profit
Der uralte, lange als anachronistisch eingestufte Leitspruch der Diakonissen von Wilhelm Löhe aus dem Jahr 1854 bekommt neuen Zunder: „Was will ich – dienen will ich! Wem will ich dienen…?“ : Als Antwort könnte es in der Sprache des 21. Jahrhunderts heißen: „Im Dienst an den Benachteiligten, den Notleidenden, den Elenden und Armen in der Welt, stehe ich in der Nachfolge von Jesus und anderen großen Vorbildern. Ich tue dies nicht für Geld, nicht für Dank und Anerkennung, sondern weil es Menschenauftrag ist, ganz sicher nicht im Sinn des biblischen Auftrags „Machet euch die Erde untertan“ (Bibel 1. Mose 1, Vers 28, Gen 1,28) häufig interpretiert als Anweisung mit der ein angeblich göttlicher (vermutlich weißer und männlicher) Machthaber die Menschen berechtigt, als „Krone der Schöpfung“ über Pflanzen und Tierwelt zu herrschen und sie gar auszubeuten, sondern der Auftrag muss heißen: „erhaltet diese Welt für alle ihre Geschöpfe, in Verantwortung und mit Vernunft, damit jede Kreatur in Frieden und Freiheit leben kann. Damit eines Tages niemand mehr Angst und Sorge haben muss, dass er umkommt, bevor seine Zeit gekommen ist, um zu sterben. „Komme ich um, so komme ich um, sprach Esther, die doch ihn (Jesus und all die anderen Vorbilder) nicht kannte, dem zuliebe ich umkäme, der mich aber nicht umkommen lässt. Und wenn ich dabei alt werde? So wird mein Herz grünen wie ein Palmbaum, und ich werde alles haben, was ich brauche. Ich gehe mit Frieden und sorge nichts.