Subjektivität

Lange Zeit dachte die Wissenschaft (die alte, starre Logik), dass Gefühle und Körperempfindungen nur „subjektiver Krams“ seien, den man ignorieren muss, um die „objektive Wahrheit“ zu finden. Das hat sich radikal geändert. Heute weiß man: Das Subjektive ist objektiv real und messbar.
  • Der Vibe: Subjektive Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen sind keine Einbildung, sondern die tiefste Ebene unserer Wirklichkeit. Die Spur, die geliebte Wesen in uns hinterlassen, ist eine reale, wirksame Kraft, die uns zum Handeln drängt.
  • Das wissenschaftliche Update: Die moderne Hirn- und Embodiment-Forschung (z.B. von Antonio Damasio oder Maja Storch) beweist: Unser Körper und unsere Gefühle sind die Navigationssysteme unserer Logik. Was wir fühlen, verändert messbar unsere Biologie. Das Subjektive ist objektiv wahr.
  • Quelle: Antonio Damasio, „Ich fühle, also bin ich“ / Dietrich Bonhoeffer, „Widerstand und Ergebung“.
Hier sind drei moderne wissenschaftliche Richtungen und die passenden Vordenker:
1. Antonio Damasio: „Fühlen, was ist“ (Neurowissenschaft)
Der weltberühmte Neurowissenschaftler Antonio Damasio hat nachgewiesen, dass der menschliche Verstand ohne Gefühle und körperliche Empfindungen überhaupt keine logischen Entscheidungen treffen kann.
  • Seine Erkenntnis: Er prägte den Begriff der „somatischen Marker“. Das bedeutet: Jedes Mal, wenn du denkst, sendet dein Körper ein leises Signal (ein Bauchgefühl, ein Herzklopfen). Geist und Körper sind eins. Ohne diese „subjektiven“ Signale ist unsere Logik blind.
  • Buch-Tipp: „Der Spruch des Spinoza: Wie Gefühle unser Leben bestimmen“ oder „Fehler des Descartes“.
2. Die „Verkörperung“ (Embodiment-Forschung)
In der modernen Psychologie gibt es den großen Trend des Embodiment (Verkörperung). Diese Richtung beweist wissenschaftlich, dass unsere Gedanken und Gefühle zutiefst in unserem biologischen Körper verwurzelt sind. Eine Trauer ist nicht nur ein abstrakter Gedanke, sie sitzt in den Knochen, in den Muskeln – und umgekehrt kann ein Handeln (wie sogar das Streicheln einer Katze) tiefen psychischen Frieden bewirken.
  • Wichtige Autorin im deutschsprachigen Raum: Maja Storch. Sie verbindet Wissenschaft mit absoluter Leichtigkeit und Alltagstauglichkeit.
  • Buch-Tipp: „Die Kraft aus dem Bauch: Wie wir unsere somatischen Marker nutzen“
3. Joachim Bauer: „Das Gedächtnis des Körpers“ (Psychobiologie)
Der deutsche Arzt und Neurobiologe Joachim Bauer zeigt auf, wie zwischenmenschliche Beziehungen (Nächstenliebe, Resonanz, aber auch Abschiede) unsere Biologie bis hinein in die Gene verändern – das ist messbare, objektive Wirklichkeit!
  • Seine Erkenntnis: Wir Menschen (und Tiere) sind auf Resonanz ausgelegt. Das Wirken des anderen in uns ist keine Einbildung, sondern biologische Realität.
  • Buch-Tipp: „Prinzip Menschlichkeit: Warum wir von Natur aus kooperieren“.
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