Weil!

In bunten Farben bricht das Licht.
Die Sonne strahlt im Regen.
Ein Lied erklingt von Zuversicht
und Leid, von Fluch und Segen.
Wo Leben stets zu Staub verfällt
und jeder Schrei im All zerschellt,
strömt Licht der Nacht entgegen.

Doch Ton und Farbe treffen nicht.
Kein Wort wird es ergründen,
was unsern Zirkel jäh durchbricht,
wo alle Grenzen schwinden.
Da fließen meine Tränen hin.
Es hat nicht Raum, braucht keinen Sinn,
die Zeit will es nicht binden.

Und weil ich das nicht fassen kann,
bin Zweifel, Schuld und Sorgen,
weil jeder Tag, der neu begann,
zugrunde geht – und morgen
vielleicht auch mein Gebet erstarrt,
weil mich die Welt zuletzt genarrt,
bin ich bei Gott geborgen.
(Susanne Stein, rosa sofa 1994)

 

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